Modelbindung#
Mit der Modelbindung können wir den Inhalt oder die Zeichenfolge einer Serveranfrage an einen vordefiniertes Datenobjekt binden.
Grundlagen#
Um das Binden besser zu verstehen, werfen wir einen kurzen Blick auf den Aufbau einer solchen Serveranfrage.
POST /greeting HTTP/1.1
content-type: application/json
content-length: 18
{"hello": "world"}
Die Angabe content-type in der Kopfzeile gibt Aufschluss über die Art des Inhaltes der Anfrage. Vapor nutzt die Angabe um den richtigen Kodierer zum Binden zu finden.
Im Beispiel können wir erkennen, dass es sich bei dem Inhalt um JSON-Daten handelt.
Binden des Inhalts#
Zum Binden des Inhalts müssen wir zuerst eine Struktur vom Typ Codable anlegen. Indem wir das Objekt mit Vapor’s Protokoll Content versehen, werden neben den eigentlichen Bindungsmethoden, der Typ mitvererbt.
struct Greeting: Content {
var hello: String
}
Über die Eigenschaft content können wir anschließend die Methode decode(_:) verwenden.
app.post("greeting") { req in
let greeting = try req.content.decode(Greeting.self)
print(greeting.hello) // "world"
return HTTPStatus.ok
}
Die Methode decode(_:) benutzt die entsprechende Angabe in der Serveranfrage um den passenden Kodierer aufzurufen.
Sollte kein passender Kodierer gefunden werden oder die Anfrage keine Angaben zum Inhalt besitzen, wird der Fehler 415 (415 Unsupported Media Type) zurückgeliefert.
Das bedeutet, dass diese Route automatisch auch alle anderen unterstützten Content-Typen akzeptiert, wie zum Beispiel URL-Encoded Form:
POST /greeting HTTP/1.1
content-type: application/x-www-form-urlencoded
content-length: 11
hello=world
Im Falle von Datei-Uploads muss die entsprechende Eigenschaft vom Typ Data sein:
struct Profile: Content {
var name: String
var email: String
var image: Data
}
Unterstützte Medien#
Folgende Medien werden von Vapor standardmäßig unterstützt:
| Bezeichnung | Feldwert | Typ |
|---|---|---|
| JSON | application/json | .json |
| Multipart | multipart/form-data | .formData |
| URL-Encoded Form | application/x-www-form-urlencoded | .urlEncodedForm |
| Plaintext | text/plain | .plainText |
| HTML | text/html | .html |
Codable unterstützt leider nicht alle Medien vollständig. So unterstützt JSON zum Beispiel keine Fragmente auf oberster Ebene und Plaintext unterstützt keine verschachtelten Daten.
Binden der Zeichenfolge#
GET /hello?name=Vapor HTTP/1.1
content-length: 0
Ähnlich wie beim Binden des Inhalts müssen wir für das Binden der Zeichenfolge eine Struktur anlegen und es mit dem Protokoll Content versehen.
Zusätzlich müssen wir die Eigenschaft name als optional deklarieren, da Parameter in einer Zeichenfolge immer optional sind. Soll ein Parameter zwingend erforderlich sein, sollte stattdessen ein Routenparameter verwendet werden.
struct Hello: Content {
var name: String?
}
app.get("hello") { req -> String in
let hello = try req.query.decode(Hello.self)
return "Hello, \(hello.name ?? "Anonymous")"
}
Diese Route würde bei der obigen Beispielanfrage zu folgender Antwort führen:
HTTP/1.1 200 OK
content-length: 12
Hello, Vapor
Wird die Zeichenfolge weggelassen, wie in der folgenden Anfrage, wird stattdessen der Name “Anonymous” verwendet:
GET /hello HTTP/1.1
content-length: 0
Zudem können wir auch Einzelwerte aus der Zeichenabfolge abrufen:
let name: String? = req.query["name"]
Hooks#
Vapor ruft automatisch jeweils die beiden Methoden beforeEncode und afterDecode eines Objektes von Typ Content auf.
Die Methoden sind standardmäßig funktionslos, können aber im Bedarfsfall überschrieben werden.
// Runs after this Content is decoded. `mutating` is only required for structs, not classes.
mutating func afterDecode() throws {
// Name may not be passed in, but if it is, then it can't be an empty string.
self.name = self.name?.trimmingCharacters(in: .whitespacesAndNewlines)
if let name = self.name, name.isEmpty {
throw Abort(.badRequest, reason: "Name must not be empty.")
}
}
// Runs before this Content is encoded. `mutating` is only required for structs, not classes.
mutating func beforeEncode() throws {
// Have to *always* pass a name back, and it can't be an empty string.
guard
let name = self.name?.trimmingCharacters(in: .whitespacesAndNewlines),
!name.isEmpty
else {
throw Abort(.badRequest, reason: "Name must not be empty.")
}
self.name = name
}
Standard überschreiben#
Vapor’s Standardkodierer kann global oder situationsabhängig überschrieben werden.
Global#
Für eine globale Verwendung eines eigenen Kodierer müssen wir ihn der ContentConfiguration.global mitgeben. Das ist nützlich, wenn wir ändern möchten, wie die gesamte Anwendung Daten verarbeitet und serialisiert.
// create a new JSON encoder that uses unix-timestamp dates
let encoder = JSONEncoder()
encoder.dateEncodingStrategy = .secondsSince1970
// override the global encoder used for the `.json` media type
ContentConfiguration.global.use(encoder: encoder, for: .json)
Das Anpassen der ContentConfiguration erfolgt üblicherweise in configure.swift.
Situationsabhängig#
Wir können aber auch den Bindungsmethoden abhängig von der Situation einen Kodierer mitgeben.
// create a new JSON decoder that uses unix-timestamp dates
let decoder = JSONDecoder()
decoder.dateDecodingStrategy = .secondsSince1970
// decodes Hello struct using custom decoder
let hello = try req.content.decode(Hello.self, using: decoder)
Benutzerdefinierte Kodierer#
Kodierer für Inhalt#
Vapor hat die folgenden zwei Protokolle zum Binden von Inhalt vordefiniert.
public protocol ContentEncoder {
func encode<E>(_ encodable: E, to body: inout ByteBuffer, headers: inout HTTPHeaders) throws
where E: Encodable
}
public protocol ContentDecoder {
func decode<D>(_ decodable: D.Type, from body: ByteBuffer, headers: HTTPHeaders) throws -> D
where D: Decodable
}
Indem wir einen unseren eigenen Kodierer mit diese beiden Protokolle versehen, kann er von ContentConfiguration entgegengenommen werden.
Kodierer für Zeichenfolge#
Für das Binden einer Zeichenabfolge hat Vapor die folgenden zwei Protokolle vordefiniert.
public protocol URLQueryDecoder {
func decode<D>(_ decodable: D.Type, from url: URI) throws -> D
where D: Decodable
}
public protocol URLQueryEncoder {
func encode<E>(_ encodable: E, to url: inout URI) throws
where E: Encodable
}
Indem wir einen eigenen Kodierer mit diesen beiden Protokollen versehen, kann er über die Methoden use(urlEncoder:) und use(urlDecoder:) bei der ContentConfiguration für das Verarbeiten von URL-Zeichenfolgen registriert werden.
Benutzerdefinierte ResponseEncodable#
Ein weiterer Ansatz besteht darin, ResponseEncodable für die eigenen Typen zu implementieren. Betrachten wir dazu diesen einfachen HTML-Wrapper-Typ:
struct HTML {
let value: String
}
Die entsprechende ResponseEncodable-Implementierung würde dann so aussehen:
extension HTML: ResponseEncodable {
public func encodeResponse(for request: Request) -> EventLoopFuture<Response> {
var headers = HTTPHeaders()
headers.add(name: .contentType, value: "text/html")
return request.eventLoop.makeSucceededFuture(.init(
status: .ok, headers: headers, body: .init(string: value)
))
}
}
Wenn wir async/await verwenden, können wir stattdessen AsyncResponseEncodable nutzen:
extension HTML: AsyncResponseEncodable {
public func encodeResponse(for request: Request) async throws -> Response {
var headers = HTTPHeaders()
headers.add(name: .contentType, value: "text/html")
return .init(status: .ok, headers: headers, body: .init(string: value))
}
}
Beachte, dass dies auch das Anpassen des Content-Type-Headers erlaubt. Weitere Details finden sich in der HTTPHeaders-Referenz.
Anschließend können wir HTML als Antworttyp in unseren Routen verwenden:
app.get { _ in
HTML(value: """
<html>
<body>
<h1>Hello, World!</h1>
</body>
</html>
""")
}